Infos unter: 0177/2926970

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Kunsthaus Oschersleben
Halberstädter Straße 72, 39387 Oschersleben (Bode)

PRESSE

 

16.09.2016 >>> Altes Kreismuseum wird Künstlerhaus

 

Sie bringen Farbe in das bröckelnde Haus an der Halberstädter Straße: Lars Kaiser und Andreas Petzke. Am Wochenende wollen sie im Rahmen der Offenen Ateliers Kunst auf der Baustelle und auch die Baustelle selbst der Öffentlichkeit zeigen.

 

In das alte Kreismuseum in Oschersleben zieht wieder Leben ein. Zwei Kunstschaffende wollen im Sommer 2017 ein Kunsthaus eröffnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Susann Gebbert

 

 

Oschersleben l Bunte Bilder hängen hinter den Fenstern. Auffallende Gestalten tummeln sich in dem Gebäude, das vor vierzehn Jahren noch das Kreismuseum beherbergte. Vermutungen der Oschersleber über das mysteriöse Treiben im Haus reichen von „verzauberter Künstlerstube“ bis „Kommune, in der irgendwelche Künstler hausen“. Tatsächlich werkeln Lars Kaiser (41) und Andreas Petzke (54) in dem Haus an der Halberstädter Straße. Kaiser ist Kunstschaffender aus Potsdam, Petzke Automatenaufsteller aus Magdeburg. Gemeinsam mit ihnen bringen seit April verschiedene Künstler nicht nur Leben ins Haus, sondern vielleicht bald auch grüne Farbe an die Fassade. Der Plan der beiden Männer: Sie wollen ein

Kunsthaus in Oschersleben einrichten. Mit einer über 100 Quadratmeter großen Galerie, einem Shop, vier Künstlerwohnungen und Ateliers holen die Beiden das verwaiste Haus aus dem Dornröschenschlaf. „Wir wollen einen Ruhepol für Künstler aus den Großstädten schaffen“, beschreibt Kaiser seine Vision von dem Gebäude. Kunstschaffende sollen ab Sommer 2017 für zwei bis drei Wochen die Künstlerwohnungen beziehen. Gleichzeitig können sie die Ateliers zum Arbeiten nutzen und in der hauseigenen Galerie auch gleich ihre Werke ausstellen. Das Haus soll darüber hinaus zu einem „Ort der Kommunikation“ werden, an dem Künstler und an Kunst Interessierte sich austauschen können.

 

Sanierung von unten nach oben

Bis zum bunten Kunsthaus mit einer bebilderten Galerie und regelmäßigen Öffnungszeiten ist es allerdings noch ein weiter Weg. Aktuell werkeln Petzke, Kaiser und ihre Künstler in den vielen Räumen, arbeiten sich von unten nach oben. Sie verlegen Böden, verputzen Wände, erneuern die Elektrik und Heizungsanlage. „Wir haben uns zeitlich verkalkuliert“, so Kaiser. Erst nach und nach stellte sich heraus, dass eine Kernsanierung nötig sein würde. „Ursprünglich haben wir geplant, das Kunsthaus schon in diesem Jahr zu eröffnen“. Andreas Petzke hat als Einziger seinen festen Wohnsitz auf der Baustelle. Kaiser kommt einmal die Woche aus Potsdam, um die Sanierungsarbeiten voranzubringen.

 

 

Ein berufliches Projekt hat die beiden Männer zusammengeführt. Seitdem füllen und installieren die beiden Kunstautomaten in ganz Deutschland. Die Geräte werfen gegen ein paar Münzen kleine Kunstwerke aus. Auch an der Fassade des Kunsthauses wollen sie einen Automaten platzieren. Kaiser kennt Oschersleben aus Kindheitstagen. „Meine Großeltern haben in Thale gewohnt. Die Magdeburger Börde verbinde ich seit jeher mit Freiheit, Urlaub und Abenteuer.“ Laut Petzke hat ein befreundeter Kunstliebhaber das Haus im März erworben und dem Duo zur Verfügung gestellt.

Zurzeit arbeiten neben Kaiser und Petzke der Landschaftsmaler Sebastian Kommerell, die Installationskünstlerin Anja Claudia Pentrop und der Maler Frank Rexin am Haus. Den aktuellen Stand der Sanierung und Kunstwerke präsentieren sie morgen und am Sonntag zum Tag der offenen Ateliers. Von 11 bis 18 Uhr steht die Gruppe Rede und Antwort, bietet Hausführungen und Kunstwerke an.

 

Ausstellung am Wochenende

Mit dabei ist auch Anja Claudia Pentrop. Die 36-jährige Künstlerin hat nach Potsdam einen neuen Ort zum Leben und Arbeiten gesucht und ist in Oschersleben gelandet. „Mich reizen Orte, die auf den ersten Blick schwierig sind“, sagt Pentrop und verweist damit auf die fehlenden Kultur- und Freizeiteinrichtungen der Stadt. Am Wochenende zeigt sie einen Teil ihrer Werke im zukünftigen Kunsthaus. „Meine Arbeiten beschäftigen sich damit, wie Menschen mit Menschen umgehen“, so Anja Claudia Pentrop. So nimmt sie in ihren Werken unter anderem Bezug auf die aktuelle Flüchtlingssituation und möchte Gespräche anregen.

 

Das Kunsthaus sowie Werke der Künstler können am 17. und 18. September von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Der Eintritt ist frei.